Vielbeachtete Vernissage - Ausstellung täglich bis 10. Juli

Wir freuen uns sehr über das rege Interesse an unserer aktuellen Ausstellung "Ins Weite - Umbruch Aufbruch Wandel", kuratiert von Ernst W. Koelnsperger. Zur Vernissage am Sonntagvormittag, 26. Juni kamen rund 50 Besucher ins Seeforum Rottach-Egern. Die Ausstellung läuft täglich bis Sonntag, 10. Juli.

 

Nach der Begrüßung der zahlreichen Gäste durch Stifterin und Vorstand Brigitte Siebeneichler führte Kunsthistoriker und Literaturwissenschaftler Ernst W. Koelnsperger als Kurator ins Thema der Ausstellung und die zeitgenössischen Werke der Künstler*innen Suse Kohler, Jürgen Welker und Brigitte Siebeneichler ein. 

 

"Kunst war und ist immer relevant als seismografische Anzeige intellektueller, philosophischer und allgemein-gesellschaftlicher Bewegungen und Erscheinungsformen", sagte Koelnsperger und bezog sich damit unter anderem auf die jüngsten Turbulenzen bei der documenta. Auch auf einen anderen Aspekt, der seit längerer Zeit die Kunstwelt in viele Diskussionen führt, ging er ein. Stichwort cancel culture. Koelnsperger resümierte: "Kunst ist ein wesentliches Vehikel, unsere gegenwärtige Situation zu analysieren, sie aufzuzeigen und dazu Stellung zu nehmen."

 

In ihrem künstlerischen Schaffen insbesondere dem Politischen verhaftet sei Suse Kohler. Sie ist Schülerin des großen Markus Lüppertz - wie übrigens auch die beiden anderen ausstellenden Künstler*innen - einem Meister der Aneignung des stets Aktuellen. Kohlers Serie "Machtköpfe" begann mit Ludwig Erhard, einem Bewohner des Tegernseer Tals, und bleibe aktuell bis in die heutigen Tage des Kriegs in der Ukraine. Ein ganz aktuelles Bild zeigt den Präsidenten der Ukraine Wolodymyr Selenskyj. Der Blick in die Augen der Porträtierten, die mit dunklem Pinselstrich, fast fotografisch genau gemalt sind, eröffne einen Blick ins Weite, der in den Bann zieht. 

 

Einen anderen Weg gehe Jürgen Welker, "um einen Blick in die Tiefen unserer Welt zu werfen". Er führe in Landschaften, die keine realen Landschaften sind, eher abstrakte Räume. Seine oft großformatigen Bildwelten seien voll Dramatik und Bewegung und stürzten den Betrachter in einen Strudel der Empfindungen. Welkers gestalterische Technik erinnere an das Action Painting eines Jackson Pollock. "Es gibt kaum Farbbilder dieser Art, die so vielgestaltig, vieldeutig und viel interpretierbar sind, wie die Farbwelten Jürgen Welkers", sagte Koelnsperger.

 

Auch bei Brigitte Siebeneichler sei ein Weg von einer realen Landschaft zur Abstraktion sichtbar. Über viele Jahre hinweg habe sie einen Malstil entwickelt, der vom Gegenständlichen zu weitgehend abstrakter Kunst geführt hat. "Ihre Bildwelten sind heute häufig die Wiedergabe erlebter Gefühle und Empfindungen", sagte Koelnsperger. In ihren jüngsten Werken habe sich Siebeneichler langsam wieder größerem Realitätsbezug zugewandt. "Das Oszillieren zwischen Abstraktem und angedeutet Konkretem gibt den Bilder der Künstlerin eine Leichtigkeit, wie man sie selten so fast ätherisch in der heutigen Kunstwelt findet."

 

Drei Künstler, drei Welten. Jeder hat eine andere Sicht der Kunst auf unsere Welt, auf unser Leben, auf unsere Gesellschaft. Die aktuelle Ausstellung läuft noch bis Sonntag, 10. Juli und kann Montag bis Freitag 15 bis 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr im Seeforum Rottach-Egern am Tegernsee besucht werden. Der Eintritt ist frei, an den Wochenenden sind die Künstler*innen persönlich anwesend.